10.05.2019 Studierende besuchen die Baustelle „Neubau der Klärschlammbehandlung“

Im Rahmen einer Fachexkursion haben 24 Studierenden und 4 Lehrende der Ostfalia Hochschule für angewandte Wissenschaften (Standort Suderburg) am 06.05.2019 die Baustelle „Neubau der Klärschlammbehandlung“ auf der Kläranlage Leer besucht.

Unter der Leitung von Herrn Prof. Dr.-Ing. Artur Mennerich informierten sich die Studierenden der Fachrichtung Wasser- und Tiefbau sowie Wasser- und Bodenmanagement über die Kläranlage Leer und das Neubauprojekt „Faulturm“. Nach einer kleinen Stärkung, haben die Mitarbeiter der Stadtwerke Leer AöR den Fachfragen der Studierenden und Lehrenden Rede und Antwort gestanden. Im Anschluss fand ein Rundgang über die Kläranlage mit der Besichtigung der Baustelle statt.

 

Herr Burkhard Wilts (SWL), Prof. Dr.-Ing. Artur Mennerich (FH) v.l.n.r.
Faulbehälter mit Besuchergruppe

1. Spatenstich auf der Kläranlage am 30.05.2018

Der Faulturm und die Vorklärung nehmen Gestalt an.

Die Stadtwerke Leer AöR als Träger der Abwasserentsorgung in der Stadt Leer und ihre Tochtergesellschaft Stadtwerke Leer Energie GmbH können Dank der Förderung aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) „für Energieeffizienzmaßnahmen bei öffentlichen Abwasseranlagen“ endlich mit dem Bau der Vorklärung bzw. dem Faulturm beginnen. Beide Anlagen dienen zur anaeroben Stabilisierung von Klärschlamm. Unter Stabilisierung versteht man den Abbau von organischen Verbindungen unter Sauerstoff-abschluss, die im Klärschlamm eingeschlossen sind.

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Neubau der Klärschlammbehandlung

Ansicht der Kläranlage Leer mit Faulbehälter
Faulbehälter
Ansicht der Kläranlage Leer mit Vorklärung
Vorklärung

Die Aufgabe der Klärschlammbehandlung ist die Vorbehandlung des Klärschlammes damit dieser gesamtökologisch neutral beseitigt werden kann. Zudem werden die Themenfelder

  • Energieerzeugung - Wärme und Strom
  • Nährstoffrecycling - Phospor
  • Betriebssicherheit
  • Entsorgungsicherheit
  • Ökonomie

im Verfahren betrachtet.

 

Das Bauvorhaben gliedert sich in folgende zwei Teilprojekte:

  • Neubau der Vorklärung
  • Neubau des Faulbehälter einschließlich der notwendigen Betriebseinrichtungen

 

Die Stadtwerke Leer führen dieses Projekt zusammen mit dem Tochterunternehmen Stadtwerke Leer Energie GmbH durch. Hier die ersten Bilder zum Projekt.

 

 

Eine Animation des aktuellen Planungsstandes finden Sie auf dem YOUTUBE-Kanal der Stadtwerke Leer.


Was macht ein Faulturm:

Der durch den Abbau der Abwasserinhaltsstoffe entstehende Biomassezuwachs wird als Klärschlamm beseitigt, meist aber in sogenannten Faulbehältern unter anaeroben (sauerstofffreien) Bedingungen durch anaerobe Bakterienstämme zu Faulschlamm und brennbarem Faulgas (im Wesentlichen ein Gemisch aus Methan und Kohlenstoffdioxid) abgebaut.

Es gibt vier Abbauphasen im Faulturm: Hydrolysephase, Versäuerungsphase, acetogene Phase und methanogene Phase.

In der Praxis werden bei der Schlammfaulung die im Rohschlamm enthaltenen rund 70 Prozent organische Stoffe bei der anaeroben Umsetzung auf etwa 50 Prozent organische Stoffe im Faulschlamm vermindert. Theoretisch ginge der Abbau noch weiter, verliefe aber sehr viel langsamer, da die restliche organische Substanz schwer abbaubar ist. Im technischen Sinne gilt der Schlamm bei einem Glühverlust von etwa 50 Prozent als sehr gut ausgefault und stabil.

Als Abbauprodukt entsteht bei der Faulung Faulgas. Es handelt sich um ein Gasgemisch, das etwa folgendermaßen zusammengesetzt ist:

  • Methan: 60 bis 70 Prozent
  • Kohlendioxid: 26 bis 36 Prozent
  • geringe Mengen Wasserstoff und Schwefelwasserstoff.

Dieser Prozess entspricht der Erzeugung von Biogas in einer Biogasanlage. Die Faulbehälter sind oft eiförmig und werden dann als Faulturm bezeichnet (siehe Abbildung).

Das Faulgas wird häufig abgefackelt. Alternativ kann das Gas in gereinigter Form (Entfernung zum Beispiel von Schwefelwasserstoff) in Gasmotoren oder in Blockheizkraftwerken zur Deckung des Eigenbedarfs an Strom und Wärme genutzt werden.

Der Faulschlamm wird anschließend in den sogenannten Nacheindicker (siehe obiges Schema) geleitet. Dort wird er durch Absetzen eingedickt, um das Volumen und den Wassergehalt weiter zu verringern. Mit speziellen, höhenverstellbaren Abzugsvorrichtungen wird das Trübwasser gezielt abgezogen.

Der entstehende Schlamm kann, wenn er frei von Schadstoffen und Giften ist, in der Landwirtschaft als organischer Dünger (Klärdünger) verwendet werden. Andernfalls wird er in Filterpressen oder Dekanterzentrifugen noch weiter entwässert und in Müllverbrennungsanlagen bzw. Kraftwerken thermisch verwertet. Der Schlamm kann nicht auf Mülldeponien gelagert werden, weil er immer noch als Abwasser gilt und nicht als Abfall. Außerdem darf organischer Abfall seit 2004 nicht mehr auf Deponien abgelagert werden.

Quelle Wikipedia

Quelle: Wikipedia
Quelle: Wikipedia
Quelle: Wikipedia
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Dieses Projekt wird gefördert vom Land Niedersachsen