Was macht ein Faulturm:

Der durch den Abbau der Abwasserinhaltsstoffe entstehende Biomassezuwachs wird als Klärschlamm beseitigt, meist aber in sogenannten Faulbehältern unter anaeroben (sauerstofffreien) Bedingungen durch anaerobe Bakterienstämme zu Faulschlamm und brennbarem Faulgas (im Wesentlichen ein Gemisch aus Methan und Kohlenstoffdioxid) abgebaut.

Es gibt vier Abbauphasen im Faulturm: Hydrolysephase, Versäuerungsphase, acetogene Phase und methanogene Phase.

In der Praxis werden bei der Schlammfaulung die im Rohschlamm enthaltenen rund 70 Prozent organische Stoffe bei der anaeroben Umsetzung auf etwa 50 Prozent organische Stoffe im Faulschlamm vermindert. Theoretisch ginge der Abbau noch weiter, verliefe aber sehr viel langsamer, da die restliche organische Substanz schwer abbaubar ist. Im technischen Sinne gilt der Schlamm bei einem Glühverlust von etwa 50 Prozent als sehr gut ausgefault und stabil.
 

Als Abbauprodukt entsteht bei der Faulung Faulgas. Es handelt sich um ein Gasgemisch, das etwa folgendermaßen zusammengesetzt ist:

• Methan: 60 bis 70 Prozent
• Kohlendioxid: 26 bis 36 Prozent
• geringe Mengen Wasserstoff und Schwefelwasserstoff.

 

     

Dieser Prozess entspricht der Erzeugung von Biogas in einer Biogasanlage. Die Faulbehälter sind oft eiförmig und werden dann als Faulturm bezeichnet.

Das Faulgas wird häufig abgefackelt. Alternativ kann das Gas in gereinigter Form (Entfernung zum Beispiel von Schwefelwasserstoff) in Gasmotoren oder in Blockheizkraftwerken zur Deckung des Eigenbedarfs an Strom und Wärme genutzt werden.

Der Faulschlamm wird anschließend in den sogenannten Nacheindicker (siehe Schema unten) geleitet. Dort wird er durch Absetzen eingedickt, um das Volumen und den Wassergehalt weiter zu verringern. Mit speziellen, höhenverstellbaren Abzugsvorrichtungen wird das Trübwasser gezielt abgezogen.

Der entstehende Schlamm kann, wenn er frei von Schadstoffen und Giften ist, in der Landwirtschaft als organischer Dünger (Klärdünger) verwendet werden. Andernfalls wird er in Filterpressen oder Dekanterzentrifugen noch weiter entwässert und in Müllverbrennungsanlagen bzw. Kraftwerken thermisch verwertet. Der Schlamm kann nicht auf Mülldeponien gelagert werden, weil er immer noch als Abwasser gilt und nicht als Abfall. Außerdem darf organischer Abfall seit 2004 nicht mehr auf Deponien abgelagert werden.

Quelle Wikipedia
 

Quelle: Wikipedia
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Dieses Projekt wird gefördert vom Land Niedersachsen